Studie: Musik-Piraten sind eifrigste Musik-Käufer

Eine Studie der BI Norwegian School of Management, in deren Rahmen ca. 2.000 Über-15-Jährige für den Zeitraum Mai bis November 2008 befragt wurden, ist zu einem interessanten Ergebnis gekommen: Jene, die Musik illegal herunterladen, weisen eine 10-mal höhere Bereitschaft als „Nicht-Piraten“ auf, für legale Downloads Geld zu bezahlen:

„In other words, the people who use unpaid downloading have ten times the consumption of paid downloads than those who do not use unpaid downloading. This confirms that, even with declining CD sales, people do understand that copyrighted music recordings costs money,“ concludes Assistant Professor Audun Molde.

Ich finde das Ergebnis eigentlich nicht sonderlich überraschend, da auch illegale Downloads dem „Piraten“ Kosten verursachen. Er muss sich mit den Tauschbörsen auskennen, die entsprechenden Titel suchen und am Ende sicherstellen, dass der heruntergeladene Titel auch die gewünschte Qualität aufweist. Daher liegt die Vermutung nahe, dass nur jene all das auf sich nehmen, die tatsächlich Fans einer bestimmten Musik-Art oder Band sind. Wenn dem so wäre, läge es aber auch nahe, dass diese Fans eher bereit sind, für ähnliche Angebote auch Geld zu bezahlen als es bei Nicht-Fans der Fall ist. Hier könnte der illegale Download die Funktion einer Produktprobe haben.

Der Guardian bringt es schön auf den Punkt:

Everybody knows that music sales have continued to fall in recent years, and that filesharing is usually blamed. We are made to imagine legions of internet criminals, their fingers on track-pads, downloading songs via BitTorrent and never paying for anything. One of the only bits of good news amid this doom and gloom is the steady rise in digital music sales. Millions of internet do-gooders, their fingers on track-pads, who pay for songs they like – purchasing them from Amazon or iTunes Music Store. And yet according to Professor Anne-Britt Gran’s new research, these two groups may be the same.

10 Kommentare

  1. Naja nun sagt die Studie aber nicht aus, wie viel Filesharer in digitale Downloads investieren und wie sich ihr Budget für den Musikkauf seit dem Aufkommen von P2P-Tauschbörsen verändert hat.

    Letztlich ist es daher eine ziemlich unsinnige Studie, weil sie nichts weiter bestätigt, als dass Filesharer Musik bewusster konsumieren als andere Nutzergruppen. Diesen Zusammenhang hast du ja gut beschrieben, dafür braucht es eigentlich keine Studie.

  2. Naja,
    wer weiß, ob die legal runter geladenen Songs dann nicht wieder zum illegalen Download angeboten werden. Das wäre ja auch eine interessante Frage gewesen.
    In meinem Kollegenkreis ärgert man sich über tausendfache illegale Downloadraten auf Seiten wie Rapidshare und ähnlichen Homepages.

  3. Leider kann man doch nicht sagen, zumindest geht es aus diesem Artikel nicht hervor, ob die illegalen Downloader die legal geladenen Titel wieder zum illegalen Download anbieten. Falls das der Fall wäre, ist es natürlich logisch, warum sich der ein oder andere die Mühe macht und sich die hoch qualitativen Songs gegen Kosten lädt.

  4. @ Martin
    Aber manchmal hilft es ja auch, das Naheliegende belegt zu sehen. Denn auch das wird oft angezweifelt oder in Frage gestellt.

    @ chill out musik
    Die Frage, ob die illegalen Downloader die legal geladenen Titel wieder zum illegalen Download anbieten, wird anscheinend leider nicht beantwortet. Das wäre eine spannende Anschlussfrage.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.