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  • Ist es für traditionelle Printmedien, die sich doch vor allem dem genannten Qualitätsjournalismus verpflichtet fühlen sollen, wirklich so wichtig immer die schnellsten Informationen zu liefern? Ich glaube das nicht. Vor allem glaube ich, dass sie in diesem Wettrennen ohnehin keine Chance haben.

    Für mich, wie wohl auch für viele andere tägliche Internetnutzer, wirken die beiden Sphären doch eher ergänzend. Die schnellen Infos aus dem Netz, danach möchte ich dann aber trotzdem noch einen etwas fundierteren Artikel lesen. Ob der dann ein paar Stunden später erscheint spielt dabei eine geringe Rolle.

    Wichtig ist eben die Qualität. Wenn qualitativ hochwertige Medien versuchen im Wettrennen der Schnelligkeit mitzuhalten, ist doch vielmehr die Gefahr der Boulevardisierung gegeben. Flache Informationen von geringer Qualität. Das wäre wesentlich tödlicher als mit den Nachrichten etwas hinterher zu hinken.

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  • betrachte den tatsächlichen Einfluss von Twitter auf die gesellschaftlichen Entwicklungen im Iran sowie die Authentizität, Seriösität und Identität der Quellen etwas kritischer in meinem Blog soziolot:
    http://soziolot.de/2009/06/twittern-twitterer-iran-zur-revolution/

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  • @nullmeridian: Zweifellos ist es möglich, dass sich die neuen, schnellen Medien mit den alten (langsameren) ergänzen. Dennoch weist dies den alten Medien eine ganz andere Rolle zu, als sie bisher innehatten. Wollen sie ihre Autorität nicht verlieren, sollten sie meiner Meinung nach zumindest etwas aufschliessen und den Vorsprung der neuen Medien nicht zu groß werden lassen.

    @Christian Kucklick: Man darf Twitter auch kritisch hinterfragen und sollte diesem Tool nicht vorschnell eine Revolution im Iran zuschreiben. Der Hashtag #iranelection zeigt auch nur einen Ausschnitt dessen, was darüber läuft. Im Moment scheint es so, dass da die iranischen Stimmen unter der Flut wohlmeinender Freunde aus dem Westen (leider) völlig untergehen.

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  • @Nadine Lantzsch: Vielen Dank für Ihren Blick aus einer Redaktion heraus. Es ist vollkommen klar, dass professionelle Medien nicht ungeprüft Statusmeldungen aus Twitter heraus übernehmen sollen.

    Mich erstaunt aber doch, wie schwer es den Medien fällt, in dieser Situation etwas zu verifizieren. Vermutlich rächt sich hier, dass man sich ganz auf seine Leute vor Ort verlassen hat, die nun in einer Art Nachrichten- und Ausgangssperre gefangen sind.

    Hier tut sich zweifellos ein Dilemma auf, da vielfach von den etablierten Medien mehr erwartet wird, als sie in einer solchen Lage vielleicht leisten können. Die Kritik in den USA an der Berichterstattung von CNN (Twitter Hashtag: #cnnfail) geht wohl in diese Richtung.

    Und noch in die Richtung von @Malte Welding gesagt: Twitter ist schon verdammt schnell und irgendwo haben wir Medienkonsumenten das auch her. Waren es nicht die Medien, die uns mit ihren “Breaking News” bis heute suggerieren wollten, sie seien immer vorne dran und dort live dabei, wo gerade etwas Wichtiges passiert?
    Erst konditioniert man die Leser auf “Aktualität” um dann im Zeitalter von Twitter plötzlich der Langsamkeit und Tiefgründigkeit zu huldigen?

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  • Herr Schwenk,

    vielen Dank für Ihre Reaktion.

    Auf wen soll man sich sonst verlassen als Medium, wenn nicht als erstes auf die Korrespondenten und Reporter vor Ort?

    Verifikation ist nicht, was man mal so eben aus dem Ärmel schüttelt. Dafür braucht es vor allen Dingen Manpower. In diesen Zeiten für Redaktionen nicht immer selbstverständlich. Aber das ist ein anderes Thema.

    Grundsätzlich hier nun wieder einen Sieg von Twitter über (Online-)Medien herbeizuschreiben, halte ich für nicht angebracht. Gerade weil man auch schnell dazu neigt, Äpfel mit Birnen zu vergleichen. Das soll nicht heißen, dass der tiefenrecherchierte Beitrag qualitativ vor dem 140-Zeichen-Tweet liegt, sondern, dass man, wenn man schon nicht Schritt halten kann (und wie ich finde auch nicht muss), dem Leser die Möglichkeiten aufzeigt sich selbst ein Bild zu machen.

    Gerade Medien kommt mit Zunahme des digitalen Tempos die Aufgabe zu, zu sortieren, einzuordnen und Überblick zu geben. Das kann auch Stunden danach sein und bietet dann sicher nicht mehr den Nachrichtenwert, der alle Leser/Empfänger von den Socken haut. Aber braucht es das? Was ich auf Twitter und Flickr bekomme, sind Momentaufnahmen. Was ich in Blogs lese, ist z.T. sehr emotional, subjektiv und politisch gefärbt. Das ist alles nicht schlecht, im Gegenteil, es gehört dazu und meistens auch eine wichtige Recherchequelle. Es ist aber nicht das, was Medien genauso leisten müssen.

    Wiederum Recht gebe ich Ihnen bei der Sache mit den Breaking News. Das hat über Jahre hinweg Schnelligkeit suggeriert, dabei ist eine Breaking News eigentlich auch nicht mehr, als ein gewichtiges Ereignis mit höchstem Nachrichtenwert.

    Bei allem sollte man jedoch nicht vergessen, dass hier Medieneliten übereinander urteilen und miteinander kommunizieren. Für den Großteil der Bevölkerung sind Sachen wie Twitter und Live-Journalismus böhmische Dörfer. Auch an deren Bedürfnisse sollte ein Medium denken.

    Grüße,

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