Beispiel für die Verbreitung von Inhalten dank Creative-Commons-Lizenz

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In Beratungsgesprächen empfehle ich Kunden stets, jene Inhalte, die ohnehin zu Werbezwecken her- und bereitgestellt werden, möglichst einfach verwendbar zu machen. Schließlich soll mit ihnen die größtmögliche Wirkung erzielt werden. Tatsächlich erschweren viele Unternehmen aber die Nutzung ihrer Inhalte, indem sie nicht an die Vorab-Einräumung bestimmter Nutzungsrechte bspw. mithilfe von Creative-Commons-Lizenzen denken. So begrenzen sie ihre eigene potenzielle Reichweite, was auch die Verantwortlichen meist bedauerlich finden, nachdem sie auf den Umstand hingewiesen worden sind.

Wie wirkungsvoll die Bereitstellung von Inhalten sein kann, für deren Nutzung nicht extra eine Erlaubnis eingeholt werden muss, will ich anhand eines eigenen privaten Beispiels zeigen:

Im Spätsommer letzten Jahres fuhr ich an einem Wochenende zusammen mit meiner Freundin mit dem Fahrrad nach Meißen, um einen der letzten Sonnentage zu genießen, mir das Umland und die Stadt mitsamt der Porzellan-Manufaktur anzusehen und um einen Schoppen Meißner Wein direkt vor Ort zu trinken. Die Stadt ist sehr sehenswert und steht meiner Meinung nach bspw. einem Rothenburg ob der Tauber in nichts nach – einen Besuch kann ich sehr empfehlen. Jedenfalls habe ich auch ein paar Fotos geschossen, die ich später, am 28. September 2009, bei Flickr in meinem Account veröffentlichte. So auch dieses Foto:

Meißen: Burgberg mit Albrechtsburg und Dom

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Wie immer nutzte ich dabei eine Creative-Commons-Lizenz, damit andere Leute bei Bedarf ohne Rücksprache das Foto verwenden können. Konkret handelt es sich bei dem Foto um diese Lizenz:

Namensnennung 2.0 US-amerikanisch (nicht portiert)

cclizenz

Am 14. Oktober 2009 passierte etwas, das ohne die entsprechende Lizenz nie geschehen wäre: Das Bild wurde bei Wikimedia Commons hochgeladen:

File:Meißen Burgberg mit Albrechtsburg und Dom.jpg

This image, which was originally posted to Flickr, was uploaded to Commons using Flickr upload bot on 21:06, 14 October 2009 (UTC) by Avala (talk). On that date it was licensed under the license below.

wikimedia

Von dort aus hat sich das Bild in Wikipedia verbreitet und tut es noch. Derzeit ziert es die Meißen-Artikel in der deutschen, englischen, französischen und serbischen Wikipedia-Ausgabe:

Wikipedia (deutsche Version)

meissen_de

Wikipedia (englische Version)

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Wikipedia (französische Version)

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Wikipedia (serbische Version)

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Auch diverse Websites haben in letzter Zeit mein Foto unter Angabe der Quelle verwendet. So bspw. die italienische Seite „Il Reporter“ in diesem am 21. April 2010 veröffentlichten Beitrag:

Meissen e Dresda, in festa per la porcellana

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Am 3. Mai 2010 erschien im „FlexiJourney Blog“ dieser Beitrag:

66 Beautiful Small Cities & Towns In Europe

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Ich denke, dieses kleine Beispiel zeigt recht gut, dass man selbst als Foto-Laie mit seinen Schnappschüssen eine gewisse Verbreitung erlangen kann. Dementsprechend groß sind die Chancen für professionelle Akteure in Unternehmen. Allerdings sind es oft Details, die den Erfolg ausmachen – so auch hier. Zudem würde es vielen Entscheidern helfen, wenn sie selbst einmal bloggen würden, da sie dann eher verstehen könnten, wie die neuen Multiplikatoren im Internet ticken und warum sie manche Inhalte verwenden und andere links liegen lassen.

Übrigens: Wie in der rechten Seitenspalte zu sehen ist, sind die von mir selbst erstellten Inhalte in diesem Blog ebenfalls mittels Creative Commons lizenziert und daher unter diesen wenigen Bedingungen frei verwendbar.

  • Das ist ein interessantes Beispiel das mich gerade tatsächlich über gewisse Dinge nachdenken lässt.

  • Schöner Artikel! Zum einen ist es für Leute sinnvoll, um sich selbst bekannter zu machen (beim Beispiel Foto u.a. Fotografen in der Gründung), zum anderen ist es hilfreich, um auch Redaktionen die Arbeit zu erleichtern. Aber ich denke, dass das noch dauert. Teilweise muss sich ein Journalist durch das halbe Unternehmen fragen, weil die Pressebereiche gar nicht vorhanden oder passwortgeschützt sind, wodurch sich die Unternehmen selbst das Leben schwer machen. Aber da hakt es schon an der Berater-Ecke. Ich denke nicht, dass viele, die sich PR-Berater nennen, Unternehmen auf solche Möglichkeiten und die Vorteile, die sie mit sich bringen, hinweisen.

  • Danke!

  • toller bericht, danke!

    grüße
    amrcel

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  • Schönes Beispiel, nur ist es, denke ich, gar nicht so leicht zu verstehen, welches Potenzial sich dahinter verbirgt. Die Inhalte auf meinem Blog sind auch mit einer CC-LIzenz versehen und dürfen sogar kommerziell verwendet werden.

    Interessanterweise wird dieses Angebot aber gar nicht wirklich genutzt, weil die meisten das Potenzial nicht erkennen. Schlage ich anderen einen ähnlichen Weg vor, kommt oft die Frage: was bringt mir das?

    Deshalb sehe ich es als Herausforderung, dieses Prinzip des Teilens zu erklären und die Vorteile deutlich zu machen. Was gar nicht so einfach ist.

    PS: das Foto ist wirklich gut gelungen. :-)

  • Praktische Beispiele sind immer am besten zur Erklärung. Oft lässt es sich aber gar nicht so genau nachvollziehen. Gerade die Wirkung starker Vernetzung ist schwer abzubilden …

  • Pingback: Inhalte unter Creative-Commons verbreiten « Mnementh()

  • Das ist natürlich ein positives Beispiel, wie fair es mit CC-Inhalten im Web zugehen kann. Man sollte meinen, dass es einfach zu handhaben ist. Leider habe ich gerade in letzter Zeit wieder einige Negativbeispiele gesehen, wie man es trotz (oder vielleicht auch besser: gerade wegen) CC-Lizenz nicht machen soll: nämlich sich einfach eines Bildes auf flickr bedienen und dabei keinen „Credit“ zu geben, obwohl es ja lediglich eines Klicks auf den CC-Link in der Seitenleiste des zugehörigen Photos auf flickr bedarf.
    Und ausgerechnet Journalisten führen die Liste derjenigen an, die sich gerne kostenlos auf flickr bedienen, sich aber nicht um die Einhaltung der erbetenen CC-Bedingungen kümmern. Schade, eigentlich.

  • Pingback: Creative Commons, kleine Einführung (Teil 1/2) : hoerspiele-kostenlos.de()

  • Tolles Beispiel, werde es bei Bedarf heranziehen. Zwei andere Mädelz hab ich immerhin früher schon überzeugt.

  • Pingback: Glanzlichter 14 « …Kaffee bei mir?()

  • Wow, wirklich schön anzusehen, wie fair es dioch zugehen kann. Muss deinen Artikel gleich weiter“sharen“ ;-)

  • Ich danke Euch! :)

  • patrick_emmler@yahoo.de

    Hey Namens Vetter,
    ich hab ein wenig über dich gegoogelt. Mir sind da ein paar Dinge aufgefallen. Hast du eigentlich ein Aufmerksamkeits Defizit? Du bringst oft irgendwelche Berichte, die keinen interessieren. Ganz neu, eine Werbe E-Mail von einem offiziellen WWK Mitarbeiter der dir anscheinend eine E-Mail bezüglich irgendwelcher Spam Mails zukommen ließ. Für mich ist das ein Zeichen, dass du wieder einen Punkt gefunden hast, um etwas zu deiner Person anscheinend wichtiges mitzuteilen hast, wobei es eigentlich gar nicht interessant ist. Jeder Mensch, der im Web so wie du pressent ist, veröffentlicht im Prinzip Kontakt Daten. Worauf du dich dann beschwerst! Was möchtest du damit erzielen?

  • Der Suderant

    @patrick_emmler@yahoo.de:

    Kennst du http://www.deppenleerzeichen.de schon?

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