Self-Publishing wird immer größere Erfolge jenseits der klassischen Verlage erzeugen

Ich weiß, Buchmarkt-Musikmarkt-Vergleiche nerven. Mich auch. In manchen Fällen liegen sie aber einfach sehr nahe.

Eine Argumentationslinie, die sich derzeit im Buchmarkt aufbaut, verläuft ungefähr so: Ok, zugestanden, Self-Publishing produziert – wenn auch fast nur – vielleicht nicht ausschließlich Müll. Wer aber langfristig wirtschaftlich wirklich erfolgreich sein möchte, der wird auch in Zukunft um klassische Verlage nicht herum kommen.

Ähnlich wurde ja auch im Musikmarkt pro große Labels argumentiert, weshalb es interessant ist, dort immer mehr Beispiele zu sehen, die das widerlegen. Aussagekräftige Beispiele bringt regelmäßig Mike Masnick von Techdirt – so auch hier: Indie Rapper Tops Sales Charts By Connecting With Fans, Using Free Music:

But still, some keep asking, where are the „chart topping“ artists that come out of the internet, without a major label. Well, now there’s one. Rapper Mac Miller recently debuted at the top of the Billboard charts with his debut album, despite not working with a major label. (…) Miller sold about 150,000 copies of his debut album last week and became the first indie artist to debut at the top of Billboard in well over a decade. (…) But the driving force behind Miller’s success on the sales charts is that he’s really connecting with fans. His Twitter feed has 1.2 million followers and his Facebook feed has 1.5 million fans. His YouTube channel apparently has something crazy like 176 million views. But it’s not just about the numbers, but the connection. Miller has continued to tour and perform live as a way of building up his fanbase, but also interacts with them online in a variety of ways.

Ich erwarte auch auf dem Buchmarkt immer mehr richtig große Erfolge, die jenseits der klassischen Verlage und Buchhandlungen entstehen. Von der Grundlogik her wäre alles andere auch mehr als überraschend.

Kleine Schlussbemerkung zum Indie-Rapper Mac Miller: Viele Videos sind selbstverständlich und erwartungsgemäß in Deutschland über YouTube nicht abrufbar – GEMA sei Dank:

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  • Ich bin gespannt, was passiert, wenn Self-Publishing direkt von Amazon angeboten würde, oder es eine Verzahnung gäbe von Blurb mit Amazon. Insgesamt würde es mehr Bücher auf dem Markt geben, mehr Schrott und mehr Topqualität aber im digitalen Zeitalter spielt die Menge an sich ja keine Rolle. 

    • Griffel

      > Ich bin gespannt, was passiert, wenn Self-Publishing direkt von Amazon angeboten würde, …

      Self-Publishing wird von Amazon schon seit geraumer Zeit angeboten. Es nennt sich „Kindle Direct Publishing“: kdp.amazon.de

  • Peter Haas

    Ein gutes, aber sehr kleines Experiment ist uns gelungen und wir bestätigen Deine These von den Self Publishern und ihren Zukunfts-Aussichten. Unser Buch startete eigentlich erst Anfang November 2011 und während wir eine Weile über eine Verlagsplattform nachdachten und den Vertragsentwurf vor- und zurückgeblättert haben, hat sich das Buch mehr als 300 Mal direkt über unsere Website verkauft. Wir haben heute mehr als 130 Vorbesteller für das PrintBook und daher konnten wir einfach eine Druckerei beauftragen, die Erstauflage zu drucken. Irgendwie schon komisch: Während man noch über Verlage und die alte Welt der Zugangsbeschränkungen und Institutionen rätselt, hat eine interessierte Community einfach Fakten geschaffen und eine Crowd hat uns das Buch finanziert. Ich will nicht angeben, aber das alles ist bei uns in etwa 4 Wochen passiert. Wir sehen daher im Self Publishing ein Riesenpotenzial, immerhin ist das unser erstes Buch gewesen und die Verlage, die wir angefragt haben, haben total desinteressiert reagiert, einer hat uns gebeten, Exceltabellen mit Marktdaten zurückzuschicken. Es sollten sich mehr Autoren trauen, selber zu veröffentlichen und auch das Buch selber drucken zu lassen. In unserem Blog dazu mehr Infos für alle, die es interessieren könnte. http://slowbudget.wordpress.com/  Immerhin können wir heute sagen, wir hatten vor 5 Wochen noch ein unfertiges Manuskript (WORD) und heute haben wir den Break Even erreicht, denn die Kosten des Drucks und der Herstellung sind  durch die Community und ihre Bestellungen schon wieder drin. Für ein dringendes Thema, wie das unseres Buches, ist Self Publishing wirklich geeignet. Verlage sind einfach zu langsam! liebe grüsse aus Berlin, von Peter und Silvia

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