Ich finde es traurig, dass man sich hierzulande noch immer damit brüsten kann, vom Internet und den neuen Kommunikationsformen keine Ahnung zu haben. Traurig ist auch, dass gestandene und hierzulande sehr prominente Medienleute auch Ende 2009 noch nicht verstanden zu haben scheinen, dass nicht jede veröffentlichte Information heutzutage für eine große Menge an Personen relevant sein muss. Die Zeiten sind vorbei, da der früher zugrundeliegende Mangel an Öffentlichkeitszugängen dank des Internets beseitigt ist. Heute finden auch viele persönliche Gespräche im Internet statt, die nun einmal nicht immer Hochrelevantes enthalten. Interessant ist jedenfalls zu beobachten, wie emotional die unten zu sehenden Beteiligten über Twitter herziehen. Da scheint sich doch einiges aufgestaut zu haben.
Wenn Johannes B. Kerner sich über seinen Fake-Account bei Twitter (zu Recht) ärgert, dann soll er ihn sperren lassen. Schade, dass er den Umstand nutzt, um Stimmung gegen jene zu machen, die Twitter tatsächlich und auch für Sinnvolles nutzen. Bevor er über hochqualitativen Journalismus redet, sollte er zumindest recherchiert haben, wie man Twitter technisch bedienen kann. Nicht mal das konnte er in der Sendung.
Man wünschte sich jedenfalls, dass dieser Videoausschnitt (3 min.) eher karriereschädigend als -fördernd wäre:
via: WELT ONLINE
UPDATE – Für alle Fans unserer Top-Journalisten: (Video: 2 min.)





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Johannes B. wer?
Johannes “Ich mach knallharten Journalismus” Kerner
Dafür, dass es kein Mensch braucht, werden diesem Dienst reichlich $$$ hinterher geworfen. Siehe Meldung vom 17.09.2009 u.a. hier: http://www.internetworld.de/Nachrichten/Unterne...
Ich find Twitter cool.
Mann, ist das traurig. Kerner ist Kerner, aber von Steffen Seibert hätte ich mehr erwartet. (”Twitter im Iran war wichtig, aber das sind Ausnahmen.”)
Danke für beide Videos. Schade, dass alle anwesenden Gäste bei Johannes B. Kerner in das gleiche Horn gegen Twitter geblasen haben und so ein wenig differenziertes Bild entstand. Immerhin wird Twitter in Regimen als Recherche- und Informationskanal, der nicht so leicht “kontrollbar” ist, anerkannt.
Ich für mich kann eine bisher völlig andere Zwischenbilanz ziehen. Ich twittere seit einem Vierteljahr und für mich ist Twitter ein hoch interessantes Informations- und Recherchetool. Hier wird darüber diskutiert, wie Social Media PR und Journalismus verändert. Hier werde ich auf interessante Blogposts gestubst. Hier bekomme ich mit, was meine (PR-)Kollegen bewegt und “komme mit ihnen ins Gespräch” – und zwar in ein wirklich dialogisches, das kann mir kein anderes Medium in dieser Form bieten.
Naja, man sollte jetzt aber auch mal die Kirche im Dorf lassen. Twitter ist kein Tool, das jeder Mensch heute schon nutzen und kennen MUSS. Nur weil wir Internet addicted people twitter nutzen, muss das noch lange kein Johannes B. Kerner toll finden und genauso nutzen. Außerdem bezog sich dieser Ausschnitt ausschließlich auf Kerner's Fake-Account und in diesem Kontext finde ich die Reaktionen in der Gesprächsrunde völlig angebracht.
Ich verstehe die Haltung in diesem Artikel nicht ganz. Kerner bezieht sich ausschliesslich auf den Fake-Account und sagt zu keiner Sekunde, dass Twitter an sich “Unsinn” sei. Auch die anderen Gäste lassen nichts in diese Richtung verlauten, im Gegenteil, der Herr rechts hebt die Aktualität von Twitter hervor.
Hab ich im Video was verpasst?
ist das nicht der Gutfried und Wasser-Vertreter, der mit seinem guten namen (?) wirbt…
Bei Steffen Seibert irritiert mich v.a., wie eilfertig er vorausschickt, dass er es ja so sähe wie Kerner, bevor er das Iran-Beispiel bringt.
Es geht ja nicht darum, dass man Twitter oder das Microblogging allg. nutzen muss. Die Runde kommt aber mehrheitlich zu dem Schluss, dass es unsinnig sei, diese Instrumente zu nutzen. Das wiederum sehe ich anders.
Und es ging eben nicht nur um den Fake-Account. Dieser war nur der Aufhänger nach meinem Eindruck. Dass Fake-Accounts ärgerlich sind, habe ich ja schon oben im Beitrag geschrieben.
Kerner & Co. beziehen sich eben nicht nur auf den Fake-Account, sondern allg. auf Twitter und diese Form der Kommunikation, die “Geschwätz” und daher im deutschen Normalfall zu meiden sei. Es kommt auch manches Differenziertere. Den Tenor finde ich aber ärgerlich undifferenziert.
leude, überhaupt nur ein wort über diesen selbstverliebten, arroganten klugscheisser zu verlieren, ist schon zuviel!