Gegenmodell zu Google Books: Bücher selber scannen und gemeinsam bereitstellen!

von Leander Wattig am 1. November 2009

Viele regen sich über Google und sein Books-Projekt auf, aber nur wenige unternehmen auch etwas. Anders Daniel Reetz mit seinem Do It Yourself Book Scanner. Reetz und sein Scanner werden hier folgendermaßen beschrieben:

Reetz, a book freak and mechanical genius, figured out how to make a book scanner out of stuff you can find in dumpsters, or buy cheaply, including off-the-shelf, cheap digital camers. He has put the instructions online so we can all build our own.

 

Reetz selbst sagt, dass sein DIY-Scanner nicht mehr als 300 Dollar kostet:

Digital books change the landscape . After suffering through scanning many of my old, rare, and government issue books, I decided to create a book scanner that anybody could make, for around $300.

 

Wie das Ganze aussieht, zeigt dieses Video (3 min.):

Obwohl manuell umgeblättert werden muss, dauert der Prozess nicht wesentlich länger als bei einer Automatik-Vorrichtung, wie diese beiden Vergleichsvideos zeigen.

 

Zudem hat er eine detaillierte Anleitung für den Nachbau des Scanners ins Netz gestellt:

DIY High-Speed Book Scanner from Trash and Cheap Cameras


DIY High-Speed Book Scanner from Trash and Cheap CamerasMore DIY How To Projects

 

Natürlich ist das Einscannen der Bücher das Eine. Die Umwandlung der Bilddaten in eine durchsuchbare Datei ist dann aber der nächste wichtige Schritt. Doch auch hierfür arbeitet Reetz an einer Lösung – und braucht noch Unterstützung:

We have written some open-source, free software to convert the images from your scanner into PDFs. It’s currently in a rough alpha stage, and needs a pretty fast computer to get things done. It works on Macs and PCs. Help us improve it! This software is covered on step(78-79).

 

Inzwischen hat Reetz auch eine portable Version des DIY-Scanners entwickelt, die sogar nur noch ca. 200 Dollar kosten soll (mehr Bilder):

 

Ich finde, dass wir auch hierzulande nicht nur klagen, sondern vielmehr aktiv werden und eine unabhängige und nicht-kommerzielle Buchplattform aufbauen sollten. Anfangen könnte man wie Google mit gemeinfreien Büchern, von denen gerade Buchfreunde ja eine Menge besitzen. Diese könnte man dann auf einer gemeinsamen Plattform sammeln und zugänglich machen. Das wäre auch eine interessante mögliche Perspektive für die Weiterentwicklung der Aktion Ich mach was mit Büchern. Zudem würden ja zu Beginn in jeder Stadt einige wenige Scanner reichen, um anzufangen. – Ihre/Eure Meinung?

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StefanKrause November 1, 2009 at 12:09

“Ich finde, dass wir auch hierzulande … eine unabhängige und nicht-kommerzielle Buchplattform aufbauen sollten.” Hmmm, mit Wikisource (http://de.wikisource.org/wiki/Hauptseite) existiert eine solche Plattform schon seit Jahren. Warum nicht eine bestehende Plattform stärken?

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Leander Wattig November 1, 2009 at 18:13

Mein Vorschlag hätte vielleicht “Plattform auf- oder ausbauen” heißen sollen. Bin da offen. Geht ja erstmal um den gedanklichen Ansatz und ob der sinnvoll ist. Dann müsste man eh schauen, was realistisch und wünschenswert ist. Es geht auch nicht darum, Google von Feld zu drängen. Die Dinge können sich ja auch ergänzen. Dennoch wäre es vielleicht wünschenswert, einfach mal etwas zu versuchen. Denn bisher geschieht ja augenscheinlich noch nicht genug.

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Klaus Graf November 2, 2009 at 02:38

Wiksource hat schon viele hundert Bücher gescannt, die auf Wikimedia Commons frei zur Verfügung stehen. Wenn sichergestellt ist, dass die gescannten Bücher ohne Restriktionen auf Commons oder zur Langzeitarchivierung vorgesehenen Bibliotheksseiten eingestellt werden, spricht nichts gegen dezentrales Scannen. Allzuviele private Projekte gibt es im Buchbereich nicht, siehe

http://de.wikisource.org/wiki/Digitale_Sammlungen

Bislang nicht erfolgreich war die “Uploadparty”:
http://uploadparty.de/

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Leander Wattig November 9, 2009 at 14:48

Danke für die Links!

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Uwe Ross March 24, 2010 at 16:47

Mal etwas Staub von diesem Fred klopfen. *Hust*

Den Gedanken einer unabhängigen und nichtkommerziellen Buchplattform für vorerst gemeinfreie Werke finde ich interessant, denn, was ist wenn es wikisource eines Tages nicht mehr gibt und eventuell von Google geschluckt wird?

Dann war die ganze Arbeit umsonst und man muss wieder für Informationen bezahlen, die eigetlich jedem zugänglich sein sollten.

Über den DIY Book Scanner bin ich auf diesem Beitrag gelandet und ich werde mich mal an den Bau eines solchen Gerätes machen. Scheint ja nicht so übelst kompliziert zu sein und die Kosten sind nun wirklich moderat. Außerdem kann man der Phantasie freien Lauf lassen. Bin mal gespannt, was da für ein Vehikel dabei rauskommt.

Übrigens gibt es einige Neuigkeiten nicht nur in Bezug auf die verwendete Software auf der eigens dafür eingerichteten Webseite des DIY Book Scanner.

http://diybookscanner.org/

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Leander Wattig March 24, 2010 at 20:06

Ja, es hat sich schon wieder einiges getan. Ich wäre an dem Experiment sehr interessiert und würde mich über einen kleinen Bericht zum Ergebnis für “Ich mach was mit Büchern” sehr freuen: http://wasmitbuechern.de

Alles, was in die Richtung geht, finde ich unterstützenswert!

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Uwe Ross April 12, 2010 at 12:23

Ich hab mal angefangen, einen Buchscanner zu bauen und die Arbeitsschritte in einem Workshop zu hinterlegen.

Über einen Besuch, Ergänzungen, Kommentare oder konstruktive Kritik würde ich mich sehr freuen unter:

http://www.buchkammer.de/workshop/buchscanner-made-by-do-it-yourself/

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