2009 war das Jahr der so genannten Social Media. Seitdem besteht Konsens, dass Dialog auf Augenhöhe zwischen Unternehmen und Kunden das Ziel sein sollte. Wünschenswert wäre also, dass wir künftig nicht mehr von Social Media, sondern nur noch von Media o.ä. sprechen. Das signalisierte, dass das “Soziale” selbstverständlicher Bestandteil geworden ist.
Nun habe ich gestern ein Ranking der Medien-Marken bei Facebook nach Anzahl der Fans für den deutschsprachigen Raum erstellt. Dabei ist herausgekommen, dass immerhin schon 86 der mir bisher bekannten Marken-Fanseiten 1.000 Fans oder mehr haben. Interessanterweise ist es den Fans aber nur auf 30 % dieser Fanseiten gestattet, Beiträge zu veröffentlichen, die ebenso auf der Pinnwand angezeigt werden, wie die Beiträge des Fanseiten-Betreibers. Bei den anderen Seiten werden die Kommentare von Fans in einen separaten Bereich abgeschoben (siehe Abbildung: “Nur Fans”). Noch interessanter finde ich jedoch , dass fast keine Seite von Blogs mit über 1.000 Fans wie bspw. facebookbiz.de, BILDblog oder Gründerszene dazu gehört, obwohl diese sich den Dialog doch eigentlich auf die Fahnen geschrieben haben. Einzige Ausnahme ist facebookmarketing.de.
Diese Seiten hingegen ermöglichen eine gleichberechtigte Kommunikation (Fan-Zahlen vom 10.01.10):
- Hitradio Ö3 32.572 Fans
- brand eins 7.150 Fans
- WELT KOMPAKT 4.473 Fans
- SportWoche 3.475 Fans
- radioeins 3.226 Fans
- Berliner Morgenpost Online 2.967 Fans
- n-tv Der Nachrichtensender 2.953 Fans
- Antenne Steiermark 2.838 Fans
- LOVELYBOOKS – Bücher, Lesen, Rezensionen 2.811 Fans
- WELT ONLINE 2.505 Fans
- Radio ENERGY ÖSTERREICH 2.202 Fans
- Süddeutsche Zeitung 1.964 Fans
- WIENERIN 1.901 Fans
- hr3 1.738 Fans
- Radio Arabella 1.628 Fans
- Radio BOB! 1.469 Fans
- abendblatt 1.379 Fans
- Landjäger Magazin 1.374 Fans
- facebookmarketing.de 1.370 Fans
- tip Berlin 1.241 Fans
- DSF Doppelpass – Die Krombacher Runde 1.239 Fans
- ANTENNE VORARLBERG 1.205 Fans
- INTERSECTION MAGAZIN Deutschland 1.205 Fans
- Kleine Zeitung 1.172 Fans
- essen-und-trinken.de 1.154 Fans
- DerWesten 1.151 Fans
Hinzugesagt werden muss, dass nicht alle diese Seiten zwingend von den betreffenden Unternehmen stammen, sondern auch von anderen Personen erstellt worden sein können. Da diese in der Regel aber dazu tendieren, Fan-Kommentare eher gleichberechtigt zuzulassen, erscheint die Zahl 30 % umso geringer.
Natürlich bedeutet das gleichberechtigte Zulassen von Fan-Beiträgen auch ein Mehr an Spam und sonstigen Ärgerlichkeiten, weshalb man das Vorgehen nachvollziehen kann. Nicht zuletzt steigt sonst der Pflege-Aufwand. Grund genug, die Fans “auszusperren”? Was meinen Sie?
UPDATE: Inzwischen gibt es erste Reaktionen




{ 19 Kommentare… Kommentar lesen oder selbst kommentieren }
Auch CONELLY Cocktails ist bei Facebook vertreten: http://www.facebook.com/Conelly
Danke, das war eine gute Anregung zum Nachdenken !
Wir haben das jetzt geändert.
Einziger Grund war übrigens eine gewisse Faulheit, den Spam immer löschen zu müssen ….
Aber jetzt probieren wir es einfach mal aus.
Das liegt wohl hauptsächlich daran das das die Standardeinstellung der FB Pages ist.
Großes Danke für den Hinweis! Wir haben heute morgen schon etwas digitale Asche auf unser Social-Media-Haupt gestreut – denn der Ausschluss unserer “Fans” war keineswegs ein bewusster Schritt.
Wir wünschen natürlich ausdrücklich, dass unsere Verfolger uns kommentieren und mit uns ins Gespräch kommen. Über die “normale ” Kommentarfunktionen unter unseren Links hat sich so schon oft Gutes und Nützliches in einer Diskussion ergeben.
Die Pinnwandfunktion von Gründerszene ist nun also frei geschaltet.
Geöffnete Grüße,
Kersten A. Riechers
Das ist keine deutsche Seite, oder!?
Bin gespannt, ob es sich bewährt!
Das mag sein. Aber es sollte doch erkannt werden, denke ich mal, wenn Medienunternehmen solche Seiten einsetzen …
Danke für das Feedback! Ich habe hier erwähnt, dass Ihr reagiert habt – finde ich klasse!
http://leanderwattig.de/index.php/2010/01/11/ma...
Wie man an den Reaktionen sieht hat doch die eine od. andere Seite erst duch deinen Beitrag davon Notiz genommen das es auch andere settings gibt ;-)
Absolut. Ich halte es aber auch nicht für so schwer erkennbar. Gerade Medienunternehmen sollten das leisten können, die Seite und deren Möglichkeiten ausreichend genau zu prüfen.
Aber um so schöner, wenn dann reagiert wird :)
conelly kommt aus österreich.
Hallo Leander,
interessanter Artikel…dennoch will ich anmerken, dass dieses “unsoziale” Verhalten auch nur dann zutrifft wenn man Social Media nur auf Dialog (als Kriterium) und Facebook (als Plattform) beschraenkt. Relevanz und Entertainment, Authenzitaet und Ehrlichkeit, Relevanz und Hilfsbereitschaft sind nur ein paar weitere Kriterien von Social Media…nimmt man diese Kriterien auch unter die Lupe hapert's bei einer ganzen Menge der Medienmarken.
Weiter sollte man anmerken, dass eine Medienmarke immernoch anderen Gesetzen unterliegt als exemplarisch das produzierende Gewerbe. Medienmarken sollten natuerlich “sozial” agieren und Facebook-Auftritte einrichten, sich aber an erster Stelle mit Ihrer eigentlichen Aufgabe beschaeftigen – Information. Diese Information kann man ideal mit Social Media “aufbereiten”. Es geht hier um “Experiences” oder auch “Media Motives”. Diese Experiences (z.B. Talking and Sharing, Utility, Timeout etc), gut gemanaged, helfen weit besser ein Medium and den Kunden emotional zu binden.
Nun wird BildBlog kritisiert (das passt der Welt Kompakt als Springer Medium natuerlich super) ohne darauf zu verweisen, dass der BildBlog ja selbst ein soziales Medium ist. Und der BildBlog (jetzt wirklich nur als Beispiel und nicht aus Sympathie) erfuellt weit mehr Kriterien von Social Media als die meisten anderen Medien zusammen.
Dennoch, ich finde deinen Artikel toll und interessant und freue mich, dass du so engagiert bei der Sache bist!!
Viele Gruesse,
Christoph
Hallo Christoph,
danke für Deinen interessanten Hinweise und Anregungen! :)
Viele Grüße
Leander
Gerne ;-) Ist ein toller Blog; werde diesen wieter interessiert lesen!
Nochmal danke! :)
Hallo Leander Wattig,
aufgrund dieses Artikels haben wir die Kommentare unserer Fans sichtbar gemacht und die Pinnwand für Fremdeinträge geöffnet. Und haben jetzt nach einigen Wochen erkennen dürfen, dass das der Kommunikation mit unseren Fans sehr gut tut. Es sind wesentlich mehr Aktivitäten zu verzeichenen und offensichtlich wurden wir auch öfter “empfohlen”.
Ich persönlich finde übrigens “social Media” einen sehr schönen und treffenden Begriff. Soziale Interaktion, also ein “sich um den anderen (Kunden/Leser etc) kümmnern”, nach seinen Bedürfnissen fragen, zuhören und seine Sorgen ernst nehmen und seine Wünsche dann auch, sofern möglich, umzusetzen, ist eine menschliche Sehnsucht, die in unserer Zeit ausgeprägter denn je ist. Und es ist der Grundgedanke jeden Marketings.
Reine Information langweilt, da kauft man sich einen Katalog, dafür braucht niemand Facebook. Aber “social Marketing” macht natürlich Arbeit und ich fürchte, das ist der Grund für die Aussperrung von Fans.
DANKE für diese Anregung!
Wir mussten übrigens (wie von uns zuerst befürchtet) noch keinen einzigen Eintrag oder Kommentar löschen ;)
Herzlicher Gruß aus Köln
Petra Weber
@ Petra Weber: Klasse! Freu mich! :)
Nachtrag zu meinem Kommentar von gestern:
Zufällig musste ich heute erleben wie man sich als ausgesperrter Fan fühlen kann.
Eine Krimi-FB-Fanpage deren Fan ich (nicht mehr) bin, hatte nicht nur die Pinnwand gesperrt, plötzlich verbargen sich die Kommentare + “Gefällt mirs” unsichtbar hinter einem Butto: “Feedback anzeigen”.
Auf meine Nachfrage, ob die Einstellung evtl. unbeabsichtigt wäre, teilte man mir ungeniert mit, man wolle keine ablenkenden und unnötigen Fan-Beiträge, sondern sei nur an der eigenen Informationsweitergabe interessiert.
Ich fühlte mich wie in einem Kaufhaus mit großen Schildern:
“Bitte gehen Sie schweigend + zügig zur Kasse und verlassen Sie unser Haus nach dem Bezahlvorgang umgehend und wortlos!”
Wer das mit sich machen lässt ist selbst schuld.
Diese Erfahrung hat mich für den Umgang mit unseren eigenen Fans wirklich bereichert.
Schönes Wochenende + Gruß aus Köln
Petra Weber
Genau deswegen ist es so wichtig, sich selbst im Social Web zu bewegen. Nur so wird Vieles verstehbar …
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