70 % der beliebtesten Medien-Marken sperren ihre Fans bei Facebook aus

von Leander Wattig am 10. Januar 2010

2009 war das Jahr der so genannten Social Media. Seitdem besteht Konsens, dass Dialog auf Augenhöhe zwischen Unternehmen und Kunden das Ziel sein sollte. Wünschenswert wäre also, dass wir künftig nicht mehr von Social Media, sondern nur noch von Media o.ä. sprechen. Das signalisierte, dass das “Soziale” selbstverständlicher Bestandteil geworden ist.

Nun habe ich gestern ein Ranking der Medien-Marken bei Facebook nach Anzahl der Fans für den deutschsprachigen Raum erstellt. Dabei ist herausgekommen, dass immerhin schon 86 der mir bisher bekannten Marken-Fanseiten 1.000 Fans oder mehr haben. Interessanterweise ist es den Fans aber nur auf 30 % dieser Fanseiten gestattet, Beiträge zu veröffentlichen, die ebenso auf der Pinnwand angezeigt werden, wie die Beiträge des Fanseiten-Betreibers. Bei den anderen Seiten werden die Kommentare von Fans in einen separaten Bereich abgeschoben (siehe Abbildung: “Nur Fans”). Noch interessanter finde ich jedoch , dass fast keine Seite von Blogs mit über 1.000 Fans wie bspw. facebookbiz.de, BILDblog oder Gründerszene dazu gehört, obwohl diese sich den Dialog doch eigentlich auf die Fahnen geschrieben haben. Einzige Ausnahme ist facebookmarketing.de.

Diese Seiten hingegen ermöglichen eine gleichberechtigte Kommunikation (Fan-Zahlen vom 10.01.10):

Hinzugesagt werden muss, dass nicht alle diese Seiten zwingend von den betreffenden Unternehmen stammen, sondern auch von anderen Personen erstellt worden sein können. Da diese in der Regel aber dazu tendieren, Fan-Kommentare eher gleichberechtigt zuzulassen, erscheint die Zahl 30 % umso geringer.

Natürlich bedeutet das gleichberechtigte Zulassen von Fan-Beiträgen auch ein Mehr an Spam und sonstigen Ärgerlichkeiten, weshalb man das Vorgehen nachvollziehen kann. Nicht zuletzt steigt sonst der Pflege-Aufwand. Grund genug, die Fans “auszusperren”? Was meinen Sie?

UPDATE: Inzwischen gibt es erste Reaktionen

 

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1 Lisa 11. Januar 2010 um 09:39

Auch CONELLY Cocktails ist bei Facebook vertreten: http://www.facebook.com/Conelly

2 Andreas 11. Januar 2010 um 10:12

Danke, das war eine gute Anregung zum Nachdenken !
Wir haben das jetzt geändert.
Einziger Grund war übrigens eine gewisse Faulheit, den Spam immer löschen zu müssen ….
Aber jetzt probieren wir es einfach mal aus.

3 Tom 11. Januar 2010 um 11:03

Das liegt wohl hauptsächlich daran das das die Standardeinstellung der FB Pages ist.

4 gruenderszene 11. Januar 2010 um 12:56

Großes Danke für den Hinweis! Wir haben heute morgen schon etwas digitale Asche auf unser Social-Media-Haupt gestreut – denn der Ausschluss unserer “Fans” war keineswegs ein bewusster Schritt.

Wir wünschen natürlich ausdrücklich, dass unsere Verfolger uns kommentieren und mit uns ins Gespräch kommen. Über die “normale ” Kommentarfunktionen unter unseren Links hat sich so schon oft Gutes und Nützliches in einer Diskussion ergeben.

Die Pinnwandfunktion von Gründerszene ist nun also frei geschaltet.

Geöffnete Grüße,
Kersten A. Riechers

5 Leander Wattig 11. Januar 2010 um 19:38

Das ist keine deutsche Seite, oder!?

6 Leander Wattig 11. Januar 2010 um 19:38

Bin gespannt, ob es sich bewährt!

7 Leander Wattig 11. Januar 2010 um 19:39

Das mag sein. Aber es sollte doch erkannt werden, denke ich mal, wenn Medienunternehmen solche Seiten einsetzen …

8 Leander Wattig 11. Januar 2010 um 19:47

Danke für das Feedback! Ich habe hier erwähnt, dass Ihr reagiert habt – finde ich klasse!

http://leanderwattig.de/index.php/2010/01/11/ma...

9 Tom 13. Januar 2010 um 11:35

Wie man an den Reaktionen sieht hat doch die eine od. andere Seite erst duch deinen Beitrag davon Notiz genommen das es auch andere settings gibt ;-)

10 Leander Wattig 13. Januar 2010 um 16:50

Absolut. Ich halte es aber auch nicht für so schwer erkennbar. Gerade Medienunternehmen sollten das leisten können, die Seite und deren Möglichkeiten ausreichend genau zu prüfen.
Aber um so schöner, wenn dann reagiert wird :)

11 Lisa 14. Januar 2010 um 10:29

conelly kommt aus österreich.

12 Christoph 21. Januar 2010 um 00:35

Hallo Leander,

interessanter Artikel…dennoch will ich anmerken, dass dieses “unsoziale” Verhalten auch nur dann zutrifft wenn man Social Media nur auf Dialog (als Kriterium) und Facebook (als Plattform) beschraenkt. Relevanz und Entertainment, Authenzitaet und Ehrlichkeit, Relevanz und Hilfsbereitschaft sind nur ein paar weitere Kriterien von Social Media…nimmt man diese Kriterien auch unter die Lupe hapert's bei einer ganzen Menge der Medienmarken.

Weiter sollte man anmerken, dass eine Medienmarke immernoch anderen Gesetzen unterliegt als exemplarisch das produzierende Gewerbe. Medienmarken sollten natuerlich “sozial” agieren und Facebook-Auftritte einrichten, sich aber an erster Stelle mit Ihrer eigentlichen Aufgabe beschaeftigen – Information. Diese Information kann man ideal mit Social Media “aufbereiten”. Es geht hier um “Experiences” oder auch “Media Motives”. Diese Experiences (z.B. Talking and Sharing, Utility, Timeout etc), gut gemanaged, helfen weit besser ein Medium and den Kunden emotional zu binden.

Nun wird BildBlog kritisiert (das passt der Welt Kompakt als Springer Medium natuerlich super) ohne darauf zu verweisen, dass der BildBlog ja selbst ein soziales Medium ist. Und der BildBlog (jetzt wirklich nur als Beispiel und nicht aus Sympathie) erfuellt weit mehr Kriterien von Social Media als die meisten anderen Medien zusammen.

Dennoch, ich finde deinen Artikel toll und interessant und freue mich, dass du so engagiert bei der Sache bist!!

Viele Gruesse,
Christoph

13 Leander Wattig 21. Januar 2010 um 21:02

Hallo Christoph,

danke für Deinen interessanten Hinweise und Anregungen! :)

Viele Grüße
Leander

14 Christoph 22. Januar 2010 um 00:20

Gerne ;-) Ist ein toller Blog; werde diesen wieter interessiert lesen!

15 Leander Wattig 22. Januar 2010 um 11:58

Nochmal danke! :)

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