Schlagwort: Ich mach was mit Marketing

Marketing-Interview: Thomas Zorbach, Geschäftsführender Gesellschafter, vm-people GmbH

Die Interview-Reihe „Ich mach was mit Marketing“ soll dazu dienen zu zeigen, wie interessante Menschen in interessanten Märkten die (z.T. neuen) Möglichkeiten des Marketings für sich und ihr Unternehmen nutzen. Wer Lust hat, auch ein Interview beizusteuern, kann mich einfach kontaktieren oder mir direkt die Antworten und ein Foto von sich zusenden. (Jedoch behalte ich mir vor, nicht alle Zusendungen zu veröffentlichen.) Die bisherigen Interviews finden Sie hier.

Heute stellt sich Thomas Zorbach vor:

Wer sind Sie und „was machen Sie mit Marketing“?

Mein Name ist Thomas Zorbach; ich bin Gründer und Geschäftsführer der vm-people GmbH (seit 2004). Wir verstehen uns als Fanbeauftragte unserer Kunden und haben uns auf die Frage spezialisiert wie Unternehmen und Marken wahre Fans für sich gewinnen können. Das „vm“ im Firmennamen steht für Virales Marketing. Die Theorie und Praxis dieser Disziplin bildet den Hintergrund unserer Arbeits- und Vorgehensweise.

Wer „was mit Büchern macht“, hat vielleicht schon von einigen unserer Projekte gehört. Wir sind unter anderem für zahlreiche Publikums- und Fachverlage, aber auch für den Buchhandel tätig. Teilweise arbeiten wir auch direkt mit Autoren zusammen, zum Beispiel mit Sebastian Fitzek oder Zoë Beck. Bekannt geworden sind wir in der Buchbranche durch unsere Alternate Reality Games (ARG), die von Verlagen gerne im Rahmen von Vermarktungsmaßnahmen für Spitzentitel eingesetzt werden. Bei einem ARG handelt es sich um eine transmedial erzählte Geschichte mit hohem Fanaktivierungspotenzial, die sich über mehrere Wochen hinzieht und die über viele Plattformen hinweg inszeniert wird.

Was ist das Besondere an Ihrem Markt/Ihrer Zielgruppe?

Mit unseren Maßnahmen versuchen wir, Menschen zu begeistern, die ihre passive Konsumentenrolle zumindest in Teilen abgestreift haben und die mit Leib und Seele die partizipative Kultur leben, die das Web geschaffen hat. Wie man sie nennt, „Nerds“ oder „Digital Natives“, spielt keine Rolle, aber man muss lernen, ihnen zuzuhören und zu begreifen, was sie wollen – also genau das, was Unternehmen von Haus aus eher schwer fällt.

Dieses neue Publikum erwartet, dass es sich interaktiv mit Medieninhalten auseinandersetzen kann und will nicht mehr nur berieselt werden. Es will keine Werbebotschaften um die Ohren gehauen, sondern Geschichten erzählt bekommen. Diese Menschen haben keine Scheu vor Marken, solange sie unterhaltsam sind und das Unternehmen respektiert, wie man sich im „Ökosystem Social Media“ benehmen muss. Vor allem aber wollen sie nicht für dumm verkauft, sondern als mündige, aufgeklärte Dialogpartner behandelt werden.

Was ist das Besondere an Ihren Marketing-Aktivitäten?

Fans sind ein Wirtschaftsfaktor. Ihr Wert für die Unternehmen ist durch Studien wie „The One Number You Need to Grow“ (Harvard Business Review) belegt. Wie man Markenfans kreiert, darüber gibt es bislang jedoch nur wenige Erkenntnisse. Was man weiß ist, dass emotionale Schlüsselerlebnisse bei der Fan-Werdung von entscheidender Bedeutung sind. Genau das ist es, was wir für unsere Auftraggeber bewirken. Wir schaffen Plattformen für intensive Markenerlebnisse, um die herum sich eine Fancommunity entwickeln kann. Ein Alternate Reality Game beispielsweise ist eine solche Plattform. Im Verlauf einer solchen Maßnahme bildet sich in kürzester Zeit eine, zwar zahlenmäßig kleine (ca. 300 – 500), dafür aber umso verschworenere Fangemeinde rund um einen Autor.

Wichtig dabei ist die Unterscheidung, dass es sich hier nicht um gewöhnliche Facebook-Fans oder Twitter-Follower handelt. Nein, es geht um Menschen, die WIRED-Mitgründer Kevin Kelly „Wahre Fans“ nennt und von denen zum Beispiel ein Autor nach seiner Rechnung insgesamt nicht mehr als 1.000 braucht, um wirtschaftlich über die Runden zu kommen. Menschen, deren Engagement weit über das normale Maß hinaus geht. Unser Job als Fanbeauftragte ist es, diesen harten Kern der Fangemeinde aufzubauen und unsere Kunden in die Lage zu versetzen, sie zu managen.

Wie messen Sie Erfolg?

Fanmanagement ist in erster Linie „people’s business“. Qualität geht vor Quantität, Kundennähe vor Reichweite und Klasse vor Masse. Dementsprechend messen wir den Erfolg unserer Maßnahmen vor allem daran, wie viele persönliche Beziehungen unser Auftraggeber zu den Menschen knüpfen kann. Oder, anders ausgedrückt: Eine Marketingmaßnahme, die 10.000 neue Facebook-Fans generiert oder 50.000 Views auf Youtube, bringt nach unserem Verständnis überhaupt nichts, wenn das Unternehmen gleichzeitig nicht ein paar Dutzend wahre Fans namentlich kennengelernt und einen Draht zu ihnen aufgebaut hat.

Um den Erfolg unserer Maßnahmen auch zu quantifizieren, nutzen wir ein Pyramidenmodell, das verschiedene „Levels of Involvement“ beschreibt. Die einzelnen Ebenen unterteilen das erreichte Publikum in Segmente, die jeweils den Grad der Anteilnahme markieren. An der Spitze dieser Pyramide, also auf den ersten beiden Ebenen, befindet sich die Keimzelle der aufgebauten Fancommunity. Dieser innere Fan-Zirkel, sowohl seine Größe als auch der Grad des Involvements seiner Mitglieder, entscheiden über den Erfolg.

Welche Ihrer Marketing-Maßnahmen der jüngsten Zeit war besonders erfolgreich oder interessant?

Gerade Buchverlage beurteilen den Erfolg unserer Maßnahmen nach verschiedenen Kriterien. Oft werden wir zu Projekten hinzugezogen, bei denen es darum geht, einen noch unbekannten Autor beim Handel und beim Publikum durchzusetzen. Neben kommunikativen Zielen, wie dem Aufbau der Autorenmarke und der Erhöhung der Frequenzzahlen und des Engagements des Verlags in Social Media, geht es am Ende aber vor allem um Ein- und Abverkaufszahlen.

Ein Projekt, bei dem sich die Erwartungen des Verlags nicht nur erfüllt haben, sondern bei dem sie übertroffen wurden, war unsere Kampagne für das Thriller-Debüt „Der Regler“ von Max Landorff (Scherz Verlag). Mit einem Alternate Reality Game ist es uns gelungen, bereits im Vorfeld des Erscheinungstermins eine frühe Fancommunity aufzubauen, durch deren Mundpropaganda der Titel in Wechselwirkung mit klassischen Werbemitteln an die Spitze der Bestsellerliste katapultiert wurde. Vor kurzem wurde die Kampagne auf der Leipziger Buchmesse mit dem BuchMarkt-AWARD in Silber in der Kategorie Bestsellermarketing ausgezeichnet.

Wie sieht ein typischer Tag bei Ihnen aus?

Je mehr Unternehmen ins Social Web einziehen und je mehr es darum geht, in diesen Medien Markenwelten erlebbar zu machen und Fans für sich zu gewinnen, desto mehr wird der Werber zum Geschichtenerzähler und Communitymanager. Ich habe zwar Anfang der 1990er Jahre den Beruf des Werbekaufmanns erlernt und ein Studium zum Diplomkommunikationswirt an der Hochschule der Künste Berlin hinter mich gebracht. Was ich jedoch heute mache, hat oft nur noch recht wenig mit meinen damaligen Ausbildungsinhalten zu tun. Einige Kollegen nennen sich „Transmedia Storyteller“. Um ehrlich zu sein: Ich weiß noch nicht, ob mir der Begriff gefällt.

Fakt ist: Mein Jobprofil weist inzwischen immer mehr Tätigkeiten auf, die man gemeinhin eher einem Autor, einem Journalisten, einem Filmregisseur oder einem Spieleentwickler zuschreiben würde, als einem Marketingmenschen. An einem typischen Tag werde ich in allen Bereichen und in noch einigen mehr gefordert.

Die Süddeutsche Zeitung hat kürzlich einen solchen Tag beschrieben.

Wo finden wir Sie im Internet?

Im Moment befinde ich mich auf einer Forschungsreise durch die USA und Europa, gemeinsam mit meinem kleinen Gefährten, dem weißen Kaninchen. Unsere Erkenntnisse und Erlebnisse halte ich regelmäßig in unserem vm-blog fest. Darin geht es um Markenfans und um die Techniken, mit denen man sie gewinnen kann.

Wer möchte kann vm-people und mir auch auf Twitter, Facebook, LinkedIn, Youtube und Slideshare folgen. Wir würden uns freuen!

Vielen Dank für Ihre Zeit!

Bildquelle: Thomas Zorbach

Marketing-Interview: Alain Egli, Manager PR & Communications, Gottlieb Duttweiler Institut (GDI)

Die Interview-Reihe „Ich mach was mit Marketing“ soll dazu dienen zu zeigen, wie interessante Menschen in interessanten Märkten die (z.T. neuen) Möglichkeiten des Marketings für sich und ihr Unternehmen nutzen. Wer Lust hat, auch ein Interview beizusteuern, kann mich einfach kontaktieren oder mir direkt die Antworten und ein Foto von sich zusenden. (Jedoch behalte ich mir vor, nicht alle Zusendungen zu veröffentlichen.) Die bisherigen Interviews finden Sie hier.

Heute stellt sich Alain Egli vor:

Wer sind Sie und „was machen Sie mit Marketing“?

Ich bin für die Kommunikation des Gottlieb Duttweiler Institut (GDI) verantwortlich, des ältesten Think-Tanks der Schweiz. In einem früheren Leben war ich Journalist.

Was ist das Besondere an Ihrem Markt/Ihrer Zielgruppe?

Seine Vielfalt. Unser Institut betreibt zum einen Trendforschung, zum anderen vermieten wir unsere Räumlichkeiten an Kunden – zwei gänzlich verschiedene Geschäftsfelder: Wer für seine Tagung einen Konferenzsaal sucht, ist nur selten an unseren Studien interessiert. Und wer einen unserer Referenten bucht, braucht nur im Ausnahmefall auch eine Event Location. Das GDI ist klein, gleichzeitig aber hochkomplex.

Was ist das Besondere an Ihren Marketing-Aktivitäten?

Dass wir uns vom klassischen Marketing verabschieden, Schritt für Schritt. Bekanntlich misstrauen immer mehr Menschen Werbebotschaften. Zudem lassen sich Informationen – eines unserer beiden Standbeine – nur noch schlecht verkaufen, das meiste findet man ohnehin kostenfrei im Netz. Wir wissen alle, die Umwälzungen in der Musikindustrie waren erst der Anfang, was digitalisiert werden kann, wird digitalisiert, und was geteilt werden kann, wird geteilt. Vertrauensschwund und Technologie zwingen uns also, «Marketing» anders zu denken. Unser Weg besteht darin, Geschichten zu erzählen, als Forscher haben wir dafür ja genügend Rohstoff – im Gegensatz zu Anbietern von Konsumgütern, die sich für ihre Produkte oft irgendwelche Marketingfabeln aus den Fingern saugen müssen. Für uns ist jedes Referat, jede Studie, gleichzeitig auch ein Marketingmittel, im allerbesten Fall verbreiten sich unsere «Inhalte» sogar ohne unser Zutun. Meine Aufgabe ist, den Prozess zu orchestrieren, meinetwegen – Achtung, Buzzword! – zu «kuratieren»: Welche Aspekte einer Studie stellen wir in den Vordergrund, auf welchem Kanal erzählen wir welche Geschichte? Dadurch funktioniert unser Marketing zunehmend wie eine Redaktion.

Wie messen Sie Erfolg?

Konsequent und illusionslos. Zwar können wir Twitter-Folger und Website-Besucher und Klout-Rang und Seitenaufrufe und Medien-Erwähnungen und und und messen – und wir tun das auch. Doch häufig vermitteln solche Werte ja nur vermeintlich Kontrolle. Die wirklich relevante Messgrösse ist am Ende des Tages der Umsatz, und der hängt von mehr ab als nur vom Marketing. (Darum konnten ich und meine Redaktionskollegen für schlechte Abverkäufe unseres Magazins ohne Risiko die Verlagsleute verantwortlich machen und für gute Verkaufszahlen die eigenen tollen Geschichten.)

Welche Ihrer Marketing-Maßnahmen der jüngsten Zeit war besonders erfolgreich oder interessant?

Keine Einzelmassnahme, sondern der gesamte Prozess der Umorientierung. Wir befinden uns hier in einem Zustand des permanenten Experiments, sozusagen in Dauer-Beta. Mit Twittern zum Beispiel haben wir einfach mal begonnen, ohne einen Projektplan zu erstellen. Wir wussten nur, dass wir Leute erreichen wollen, die uns noch nicht gut kennen. Und wir wussten, dass wir bei ihnen als vertrauenswürdig und relevant wahrgenommen möchten. Da scheinen wir jetzt auf keinem schlechten Weg zu sein, zumindest die Zahlen stimmen. Doch wie schaffen wir es jetzt, Konversionen zu erzielen? Ein vergleichbares Thema sind Mailings: Werden wir den Postversand in absehbarer Zeit ganz durch E-Mailings ersetzen können? Und geht statt sporadischen Kunden-Mails auch ein regelmässig versandter Newsletter? Da befinden wir uns überall in einem Prozess der kleinen Schritte, bei dem uns weder Handbücher oder Kurse, noch Case-Studies wirklich helfen können. Denn das veraltet alles viel zu rasch.

Wie sieht ein typischer Tag bei Ihnen aus?

Eher länger.

Wo finden wir Sie im Internet?

Google findet mich zum Beispiel bei Linkedin, Google+ und Twitter – aber nicht bei Facebook (ich bin ein anderer). Auch meine Profile auf Xing und Foursquare werden von der Suchmaschine offensichtlich nicht erfasst.

Vielen Dank für Ihre Zeit!

Bildquelle: Alain Egli

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Marketing-Interview: Johannes Lachermeier, Online-Kommunikation, Bayerische Staatsoper

Die Interview-Reihe „Ich mach was mit Marketing“ soll dazu dienen zu zeigen, wie interessante Menschen in interessanten Märkten die (z.T. neuen) Möglichkeiten des Marketings für sich und ihr Unternehmen nutzen. Wer Lust hat, auch ein Interview beizusteuern, kann mich einfach kontaktieren oder mir direkt die Antworten und ein Foto von sich zusenden. (Jedoch behalte ich mir vor, nicht alle Zusendungen zu veröffentlichen.) Die bisherigen Interviews finden Sie hier.

Heute stellt sich Johannes Lachermeier vor:

Wer sind Sie und „was machen Sie mit Marketing“?

Mein Name ist Johannes Lachermeier. Seit Oktober 2008 betreue ich die Online-Kommunikation der Bayerischen Staatsoper in München, d.h. ich kümmere mich um Konzepte, Inhalte und Content Management unserer Auftritte im Netz. Ich bewege mich also irgendwo im Spannungsfeld zwischen Kunst, Marketing und Kommunikation.

Was ist das Besondere an Ihrem Markt/Ihrer Zielgruppe?

Ich glaube, es ist die hohe Begeisterungsfähigkeit von Opernbesuchern. Unser Metier zeichnet sich ja dadurch aus, dass das „Produkt“ immer kollektiv rezipiert wird: 2.100 Menschen sehen gemeinsam eine Vorstellung, und am Ende des Abends ist alles unwiederbringlich vorbei. Ein solches Erlebnis setzt im Idealfall Emotionen frei – seien sie nun positiv oder negativ. Und das Münchner Publikum ist ein sehr emotionales!

So sehr dem Genre Oper im Allgemeinen und der Bayerischen Staatsoper im Besonderen das Klischee des Elitären und Hochpreisigen anhaften mag, so sehr versuchen wir, uns allen Gesellschaftsschichten und Altersgruppen zu öffnen – gerade der Bereich Social Media sei hier als prägend genannt.

Was ist das Besondere an Ihren Marketing-Aktivitäten?

Wichtig ist uns in erster Linie Authentizität. Wenn man enthusiastisch hinter seinem „Produkt“ steht, vermittelt sich dieser Enthusiasmus im Idealfall genauso in der Kommunikation. Unsere verschiedenen Kanäle unterscheiden sich allerdings sehr in ihrer Funktion und der Tonalität, in der kommuniziert wird: Unsere Homepage www.staatsoper.de ist zentrales Kommunikationsorgan und Mittelpunkt des Online-Kartenvertriebs der Bayerischen Staatsoper. Sie finden dort alle Informationen zum Haus, unseren Spielplan, Fotogalerien, Trailer und unser Videomagazin Opern.TV zu jeder Neuproduktion. Unsere Kommunikation dort ist auf Service ausgerichtet und eher neutral gehalten.

Unsere Social-Media-Angebote wie das Blog www.blog.staatsoper.de, unsere Facebook-Seite, unsere Präsenz bei Twitter, oder Google+ schlagen dagegen einen anderen Ton an: Dort steht nicht die umfassende Information im Mittelpunkt, auch Vertriebsaspekte sind eher sekundär. Stattdessen versuche ich dort, einen leichten, weniger marketingorientierten Ton anzuschlagen. Dem Zuschauer auf Augenhöhe zu begegnen und ihm einen Blick ins Haus zu gewähren, ist hier erklärtes Ziel.

Wie messen Sie Erfolg?

Wir überprüfen die Zugriffszahlen von Website und Blog über die Auswertungssoftware Urchin. Natürlich schauen wir auch auf Likes und Retweets oder Views auf unserem YouTube-Kanal. Bloße Zahlen allerdings sind nicht immer hilfreich: Am interessantesten wird es meist erst, wenn sich spannende, inhaltliche Diskussionen ergeben!

Welche Ihrer Marketing-Maßnahmen der jüngsten Zeit war besonders erfolgreich oder interessant?

Ein riesiger Erfolg waren unsere beiden Live-Streams von zwei Opernaufführungen aus dem Nationaltheater im vergangenen Januar: An zwei Terminen konnte man auf unserer Website Gaetano Donizettis „L’elisir d’amore“ und Giuseppe Verdis „Don Carlo“ sehen – und das völlig kostenlos. Die Reaktionen waren immens: Bei „Don Carlo“ konnten wir über 459.000 Klicks auf den Stream verzeichnen, bei „L’elisir d’amore“ auf Grund einer technischen Panne „nur“ 77.000 Klicks. Ein Projekt, das wir in Zukunft dringend fortsetzen möchten!

Sehr am Herzen liegt mir auch unsere neue Website Ring-Motive, die die Grenzen zwischen Kunst und Marketing aufhebt. Als wir über eine neue Plattform zur aktuellen Neuproduktion von Wagners „Ring des Nibelungen“ nachdachten, wurde schnell klar, dass wir keine weitere Service-Seite wollten, sondern ein eigenständiges künstlerisches Projekt im Netz. Gemeinsam mit der Medienkünstlerin Manuela Hartel und dem Komponisten Felix Leuschner entstand so eine sehr freie, interaktive Version von Wagners Tetralogie.

Mein Lieblingsprojekt ist allerdings nach wie vor unser Blog. Hier findet man seit mittlerweile fast zwei Jahren Neuigkeiten aus dem Haus abseits der ausgetretenen Marketing-Pfade. Von Proben-Fotogalerien über Backstage-Reportagen bis hin zu gepflegtem Nonsens findet sich dort allerhand Material. Paradigmatisch für unsere Kommunikationslinie dort mag dieses Willkommensvideo sein.

Wie sieht ein typischer Tag bei Ihnen aus?

Schwierig zu beschreiben. Nach einigen morgendlichen Regulars (Besetzungszettel des Vorabends ins Online-Archiv stellen, neue Beiträge im Forum freischalten etc.) stehen jeden Tag neue Dinge auf der Agenda. Im Idealfall ist es eine gute Mischung aus Schreiben, neuen Ideen, Organisieren und Datenpflege.

Wo finden wir Sie im Internet?

Mich als Johannes Lachermeier findet man auf Facebook und Xing. Im Namen der Bayerischen Staatsoper bin ich ausführlicher unterwegs, und zwar auf Facebook, Twitter, Google+, YouTube und natürlich auf unseren offiziellen Seiten www.staatsoper.de und www.blog.staatsoper.de.

Vielen Dank für Ihre Zeit!

Bildquelle: Johannes Lachermeier

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Marketing-Interview: Alina Lauchart, Online & Social Media Managerin, MuseumsQuartier Wien

Die Interview-Reihe „Ich mach was mit Marketing“ soll dazu dienen zu zeigen, wie interessante Menschen in interessanten Märkten die (z.T. neuen) Möglichkeiten des Marketings für sich und ihr Unternehmen nutzen. Wer Lust hat, auch ein Interview beizusteuern, kann mich einfach kontaktieren oder mir direkt die Antworten und ein Foto von sich zusenden. (Jedoch behalte ich mir vor, nicht alle Zusendungen zu veröffentlichen.) Die bisherigen Interviews finden Sie hier.

Heute stellt sich Alina Lauchart vor:

Wer sind Sie und „was machen Sie mit Marketing“?

Mein Name ist Alina Lauchart, ich bin seit 2006 beim MuseumsQuartier Wien tätig und dort Online- und Social Media Managerin. Dazu gehört die Betreuung der MQ Websites und der offiziellen Social Media Kanäle, aber auch Online-Marketing und -Kooperationen.

Das MuseumsQuartier Wien ist eines der größten Kulturareale der Welt. Neben rund 70 Einrichtungen für zeitgenössische Kunst und Kultur bietet das MQ großzügige Freizeit- und Ruhezonen, Innenhöfe, Cafés und Shops und ist damit eine Oase der Kultur und Erholung im Zentrum der Stadt. Bei 3,8 Mio Besuchern pro Jahr haben wir auch online eine große Community, die gehört und betreut werden will.

Was ist das Besondere an Ihrem Markt/Ihrer Zielgruppe?

Unsere Zielgruppe ist so besonders wie das MQ selbst ;) Wir unterscheiden grundsätzlich zwischen zwei Untergruppen: Den Touristen, die das MQ bereits besucht haben bzw in Zukunft besuchen wollen und dem Stammpublikum, das aktiv an dem „größten Wohnzimmer der Stadt“ mitgestalten möchte. Weiters gliedern sich diese zwei Gruppen noch in die kulturinteressierten Besucher, die aktiv Museen und Ausstellungen besuchen, und jene, die das kulturelle Umfeld genießen und das MQ als Erholungsoase nutzen. So unterschiedlich die Zielgruppen, so unterschiedlich nutzen wir auch die Möglichkeiten mit ihnen in Kontakt zu treten.

Was ist das Besondere an Ihren Marketing-Aktivitäten?

Eine unserer erfolgreichsten Marketing-Aktivität vor Ort ist mit Sicherheit die Belebung des Areals, sei es mit der beliebten Hofmöblierung oder den frei zugänglichen Außenflächenprogrammen „Sommer im MQ“ und „Winter im MQ“. Vom Open Air Literaturfestival über das Independent-Freiluftkino im Sommer bis hin zum Eisstockschießen und den Eispavillons im Winter. Diese werden online mit Gewinnspielen und Hintergrundinfos erweitert, was vor allem vom Stammpublikum aus Wien und Umgebung honoriert wird.

Wie messen Sie Erfolg?

Für die Erfolgsmessung im Online-Bereich gibt es fast unendliche Möglichkeiten, von Google Analytics für Websites bis zu bewährten Monitoring-Tools im Social Web. Aber gerade bei Social Media ist für mich der ehrlichste Weg den Erfolg zu messen, der Community zuzuhören und mit ihr in Kontakt zu bleiben. Dann stellt sich der „Erfolg“ von selbst ein.

Welche Ihrer Marketing-Maßnahmen der jüngsten Zeit war besonders erfolgreich oder interessant?

Die „Online“-Aktivitäten des MQ haben sich bis vor kurzem noch auf Website und Newsletter beschränkt. Besonders erfolgreich war hier das jährlich stattfindende Farb-Voting der beliebten MQ Hofmöblierung, bei der sich immer eine große Zahl an Fans beteiligt hat. Die Community konnte so das Erscheinungsbild des MQ mitbestimmen, was vor allem bei den Stammbesuchern des Areals großen Anklang fand.

Vor kurzem haben wir zB auf Facebook die „MQ Textaufgaben“ gestartet. Eine wöchentliche Aktion, bei der wir der Community Textrechnungen zum Lösen geben und die kreativste richtige Antwort küren bzw auch beschenken. Mit diesen Textaufgaben transportieren wir interessante Insights zum MQ, wie etwa die Größe einer der Kulturinstitutionen oder die Menge der Objekte in einer der aktuellen Ausstellungen. Diese Aktion kommt sehr gut an und wir werden mit unglaublich kreativen Antworten belohnt.

Wie sieht ein typischer Tag bei Ihnen aus?

Mein Tag beginnt – wahrscheinlich genauso wie bei meiner Online-Community – mit einem Blick in´s Social Web. Nachdem ich mir ein Stimmungsbild – sozusagen eine TagCloud – gemacht habe, informiere ich mich intern bei den anderen Abteilungen über Neuigkeiten und Änderungen. Ich erarbeite Online-Kampagnen und -Kooperationen, aktualisiere die Social Media Kanäle und bin immer auf der Suche nach Insights zum Areal, die die Fans des MQ interessieren könnten. Beim Community-Management geht es um Menschen und daher ist auch, wie die Bedürfnisse derer nie gleich sind, kein Tag wie der andere – das liebe ich an meinem Job. Jeder Tag ist eine neue Herausforderung!

Wo finden wir Sie im Internet?

Beinahe überall ;) aber vor allem auf Facebook, Twitter, Google+ und Xing.

Vielen Dank für Ihre Zeit!

Bildquelle: Alina Lauchart

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Marketing-Interview: Anne-Mette Noack, Leitung Marketing und Kommunikation im Börsenverein des Deutschen Buchhandels

Die Interview-Reihe „Ich mach was mit Marketing“ soll dazu dienen zu zeigen, wie interessante Menschen in interessanten Märkten die (z.T. neuen) Möglichkeiten des Marketings für sich und ihr Unternehmen nutzen. Wer Lust hat, auch ein Interview beizusteuern, kann mich einfach kontaktieren oder mir direkt die Antworten und ein Foto von sich zusenden. (Jedoch behalte ich mir vor, nicht alle Zusendungen zu veröffentlichen.) Die bisherigen Interviews finden Sie hier.

Heute stellt sich Anne-Mette Noack vor:

Wer sind Sie und „was machen Sie mit Marketing“?

Ich leite den Bereich Marketing & Kommunikation im Börsenverein des Deutschen Buchhandels. Als Soziologin bin ich davon überzeugt, dass Kultur & Konsum sich nicht ausschließen, sondern befruchten können.

Was ist das Besondere an Ihrem Markt/Ihrer Zielgruppe?

Die Vielfältigkeit! Unser Verband vertritt die Interessen von Buchhändlern, Verlegern und Zwischenbuchhändlern. Diese Gruppen sind in sich sehr heterogen, zum stationären Sortiment gehören zum Beispiel unabhängige Sortimenter ebenso wie Filialisten. Aber auch bei neuen Marktteilnehmern, Politikern und Endverbrauchern soll Interesse für unsere Themen geweckt werden. Deshalb bespielen wir unterschiedlichste Kommunikationsmittel und -kanäle. Dazu gehören unter anderem Print- und Online-Anzeigen, Broschüren, Filme, Fotostrecken, Plakate, Flyer, …

Was ist das Besondere an Ihren Marketing-Aktivitäten?

Die Überzeugungsarbeit! Ansprechend verpackter und interessant kommunizierter Inhalt wird vom Adressaten häufiger, wohlwollender, nachhaltiger … aufgenommen, dies sollte gerade ein Verband für sich nutzen und nicht als notwendiges Übel verstehen.

Wie messen Sie Erfolg?

Das ist je nach Projekt ganz unterschiedlich, mal sind es Medienauswertungen, Teilnehmerzahlen auf Veranstaltungen oder Kommentare und Kritiken zu unseren Maßnahmen.

Welche Ihrer Marketing-Maßnahmen der jüngsten Zeit war besonders erfolgreich oder interessant?

Mein Team und ich haben innerhalb eines halben Jahres ein neues Corporate Design für den Börsenverein entwickelt und umgesetzt, inklusive der Neukonzeption der Website und dem Erscheinungsbild unserer Preise, wie Deutscher Buchpreis oder Friedenspreis. Die Herausforderung bestand neben Budget und Timing in der Aufgabe, dem Börsenverein und seinen Töchtern (Frankfurter Buchmesse und mvb) ein neues, modernes Gesicht zu geben, ohne dabei die Tradition des ältesten deutschen Wirtschaftsverbandes zu vergessen.

Wie sieht ein typischer Tag bei Ihnen aus?

Der Tag im Büro beginnt meistens mit einem Kaffee und einer Teambesprechung. Danach werden Konzepte entwickelt und abgestimmt, Werbemittel gestaltet, Texte geschrieben und viel diskutiert.

Wo finden wir Sie im Internet?

Facebook, Xing, boersenverein.de, flickr und youtube

Vielen Dank für Ihre Zeit!

Bildquelle: Alexander Vieß

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